Die Ampel – Stehen oder Gehen?

Die rote Ampel

Was könnten die Gedanken von Carla an der roten Ampel gewesen sein? Vielleicht dachte sie sich, dass sie hier jeden Tag lange an der Ampel wartet, obwohl nie jemand kommt. Oder sie hatte es heute einfach besonders eilig, nach Hause zu kommen. Wie konnte es passieren, dass Carla den Radfahrer nicht wahrgenommen hat? Und wie könnte die Situation aus Sicht des Radfahrers gewesen sein? Vielleicht hatte dieser es ebenfalls eilig: Viel zu spät hat er Feierabend gemacht, alles zügig in seiner Fahrradtasche verstaut und ist schnell los zu seinem Rad. Dabei hat er womöglich noch gemerkt, dass seine Warnweste leider ganz unten in der Tasche verstaut war und dachte sich, dass es für das eine Mal auch so gehen wird.

Warten ist Pflicht

Alle Beteiligten haben oft ihre ganz eigenen Gedanken und Gründe für ihr Verhalten. Dabei ist die Situation eigentlich klar: Auch zu Fuß Gehende müssen selbstverständlich an einer roten Ampel warten. Auf der Fahrbahn Fahrende müssen sich grundsätzlich darauf verlassen können, dass diese Wartepflicht eingehalten wird. Auch ein paar Meter weiter zu gehen, um dann die Straße zu überqueren, ist keine Option, denn es birgt vergleichbare Gefahren und könnte ebenso als Rotlichtverstoß gewertet werden.

Sichtbarkeit – immer wichtig

Rad Fahrende können eine Menge tun, um bei Dämmerung und Dunkelheit besser gesehen zu werden: Neben heller Kleidung mit retroreflektierenden Elementen ist das Licht am Fahrrad von großer Bedeutung. Rad Fahrende müssen während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es erfordern, mit Beleuchtung fahren (§ 67 Straßenverkehrs-Zulassungsordnung [StVZO]) und diese benutzen (§ 17 StVO).

Regeln einhalten hilft

Es gibt auch andere Situationen, in denen Verkehrsteilnehmende Fehler machen oder sich nicht immer an die Regeln halten: Zum Beispiel, wenn Fahrzeuge an Stop-Schildern nicht bis zum Stillstand abbremsen, sondern langsam durchrollen. Oder wenn durchgezogene Linien auf der Fahrbahn beim Überholen oder Einordnen überfahren werden. Auch den seitlichen Mindestabstand (1,5 m innerorts und 2 m außerorts) beim Überholen von Rad Fahrenden gilt es einzuhalten! All dies erscheint den Handelnden möglicherweise als Bagatelle, ihnen ist ihr Handeln aus Gewohnheit gar nicht bewusst. Für andere kann ein solches Verhalten jedoch zu einer erheblichen Gefahr werden. Das sollte man sich immer wieder bewusstmachen.

Eigentlich ganz einfach, denn …

… wenn man die Regeln einhält, ist man auf der sicheren Seite. Zu Fuß Gehende und Rad Fahrende können ihre Sichtbarkeit bei Dunkelheit und Dämmerung verbessern, indem sie helle, am besten reflektierende Kleidung tragen oder sich mit reflektierenden Accessoires (z. B. Arm-/Fußbänder) ausstatten. Beim Kauf von Warnwesten sollte man auf die Einhaltung der Norm EN ISO 20471 achten, damit die Wirkung gewährleistet ist.

Gut zu wissen:

  • Zur vorgeschriebenen Ausrüstung am Fahrrad – unabhängig von den Sichtverhältnissen – zählen in jedem Fall Reflektoren nach vorn und hinten, an den Pedalen und seitlich an den Rädern.
  • Anstelle von klassischen Speichenreflektoren können auch durchgehende reflektierende Ringe an den Reifenseitenwänden (oder Felgen) vorhanden sein. Auch reflektierende Speichenclips sind möglich.
  • Wer etwas für seine Sicherheit tun will, sollte am Fahrrad Lichtanlagen mit Standlichtfunktion vorne und hinten verwenden. Dynamobetriebene Lichtanlagen sind zuverlässig, rauben keine oder nur wenig Kraft.
  • Am Fahrrad verwendete Beleuchtungseinrichtungen müssen in einer amtlich genehmigten Bauart ausgeführt sein. Die Genehmigung erkennt man am Prüfzeichen: Eine Wellenlinie, gefolgt vom Großbuchstaben „K“ und einer Nummer oder einem Kreis, in dessen Innerem sich der Buchstabe „E“ und die Landeskennzahl befinden, sowie aus der Genehmigungsnummer.
  • Vor allem bei leuchtstarken Scheinwerfern ist die richtige Einstellung wichtig, damit Entgegenkommende nicht unnötig geblendet werden.

Weitere, ausführliche Informationen finden Sie in der Aktionsbroschüre sowie im Seminarleitfaden, die hier bestellt werden können.

Datenschutz | Impressum | © 2021 Deutscher Verkehrssicherheitsrat