Hier komme ich – Wer gibt nach?

Enge Straße

Bei einer beidseitigen Fahrbahnverengung ist die Person wartepflichtig, die als zweite die Stelle erreicht. Aber wer war das nun im gezeigten Film – die Radfahrerin oder der Fahrer des Entsorgungsfahrzeugs? Wenn es sich um eine längere Engstelle handelt, lässt sich das manchmal nicht eindeutig nachvollziehen und beide Parteien meinen, dass sie Vorrang hätten. Auch wenn beide fast gleichzeitig eine kurze Engstelle erreichen, fällt das Urteil schwer.

Steht man sich dann erst mal gegenüber, ist Verständigung erforderlich. Den Weg freimachen sollte dann die Partei, für die es einfacher zu bewerkstelligen ist. Diese Überlegungen sollten auch greifen, bevor man in die Engstelle hineinfährt: Wie leicht oder schwer hat es der oder die Fahrende des entgegenkommenden Fahrzeugs, abzubremsen oder anzuhalten? Wie schwer hat sie es, wieder anzufahren sowie gegebenenfalls rückwärts zu manövrieren, wenn die Person versehentlich in eine Engstelle hineingefahren ist, in der andere eigentlich Vorrang haben?

Kurz verständigen, gelassen weiterfahren

Bei einseitigen Verengungen darf fahren, wessen Fahrstreifen frei ist. Für Entgegenkommende besteht Wartepflicht, wenn die Person, die Vorrang hat, ansonsten abbremsen oder die Geschwindigkeit deutlich verringern müsste. Für Entgegenkommende besteht Wartepflicht, wenn die Person, die Vorrang hat, ansonsten abbremsen oder die Geschwindigkeit deutlich verringern müsste. Auch beim Passieren von Unfall- oder Baustellen kommt es darauf an, den eventuellen Vorrang anderer zu beachten und sich gegebenenfalls kurz zu verständigen.

Wenn sich vier Fahrzeuge aus vier verschiedenen Richtungen in einer „Patt-Situation“ gegenüberstehen, hat niemand mehr ein Vorrecht, zu fahren. Eine Person muss nun auf die Vorfahrt verzichten. Hier empfiehlt sich Blickkontakt aufzunehmen und deutliche Zeichen zu geben. Wer bereit ist, auf die Vorfahrt zu verzichten, fährt zwar als letzte Person, aber es kostet wenig Zeit und Mühe und an sorgt für mehr Gelassenheit.

Eigentlich ganz einfach, denn …

… die Situationen sind klar geregelt. Wer vorausschauend fährt, kann rechtzeitig erkennen, ob Warten oder Durchfahren geboten ist. Dabei kann Rücksicht auch bedeuten, zeitweise auf das eigene Vorrecht zu verzichten. Und stets spielt die eigene Geschwindigkeit eine Rolle: Wer langsamer unterwegs ist, kann die Situation besser beurteilen und früher reagieren

Gut zu wissen:

  • Beim Ausscheren vor einer Verengung muss auf den nachfolgenden Verkehr geachtet und das Ausscheren rechtzeitig (und nicht erst beim Ausscheren) angekündigt werden.
  • Die an manchen Engstellen angebrachten Verkehrszeichen „einseitige Fahrbahnverengung“ sind reine Gefahrzeichen und haben keine vorrangregelnde Wirkung.
  • Entsorgungsfahrzeuge dürfen nach den Regeln der gesetzlichen Unfallversicherungsträger nur unter besonderen Sicherungsmaßnahmen rückwärtsfahren. Wenn sie also rückwärtsfahren müssten, um die Situation aufzulösen, kann es sinnvoller sein, dass die entgegenkommende Person versucht, sicher auszuweichen.
  • § 9 Absatz 5 der StVO besagt zudem, dass sich Fahrzeugführende beim Abbiegen in ein Grundstück, beim Wenden und beim Rückwärtsfahren so verhalten müssen, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmender ausgeschlossen ist.
  • Falls nötig, muss man sich entsprechend von anderen einweisen lassen.

Weitere, ausführliche Informationen finden Sie in der Aktionsbroschüre sowie im Seminarleitfaden, die hier bestellt werden können.

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